Unterwegs mit dem höchsten St.Galler Sportler
26.09.11 // Persönliche Eindrücke von Ex-Radprofi Rolf Järmann von der Fahrt mit dem "Sportminister" des Kanton's St.Gallen.

Mit dem Bike rase ich von meinem Wohnort Sevelen nach Wildhaus hoch. Ich sollte mit dem "Sportminister" Stefan Kölliker nach Rüthi fahren. Ich bin noch nicht sonderlich motiviert, denn eigentlich hat er mir gar nichts zu sagen. Erst vor zwei Wochen habe ich den höchsten St. Galler bezwungen, (den Berg, nicht den Politiker), was sollte mir also ein Politiker erzählen sollen?
Beim Checkpoint Wildhaus erwarten mich schon Patrick und Ueli vom Sportamt, ausgerüstet wie richtige Biker! Langsam werde ich etwas warm (auch wenn ich schon total verschwitzt angekommen bin), die zwei sind wirklich noch angenehme Typen und von Sport verstehen sie auch etwas (keine Schreibtischtäter). Dann erscheint Stefan (Politiker hin oder her, wir sind im Sport, darum habe ich ihn grad geduzt). Keine Velohosen, kein richtiges Radtricot, und das soll ein Sportminister sein? Der erste Eindruck wird allerdings sehr schnell über den Haufen geworfen, eine wirkliche Sportskanone, was Stefan alles für Sportarten schon betrieben hat, Wettkampfmässig Eishockey und Triathlon, guter Skifahrer, Badmintonspieler, Squash und was weiss ich noch alles.
Auch als wir losgefahren sind, kennt Stefan keinen Erbarmen mit sich selbst, immer in den vordersten Positionen und am Berg lässt es sein Ehrgeiz nicht zu, anzuerkennen, dass er als Politiker in den letzten vier Jahren im St.Galler Parlamant eigentlich keine Zeit mehr hatte, zu trainieren. Er fährt gut, kämpft, schwitzt, lässt sich aber nichts anmerken und auch in der langen Abfahrt nach Rüthi volle Pulle und voller Einsatz. Mir wird Angst und Bange, wenn das nur gut geht, bis wir unten sind, ich will nicht Schuld sein an einem Sturz in der Regierung... Es ging alles gut, auch wenn wir dann unten auf den Rest der Gruppe lange warten mussten.
Es folgten noch sehr interessante Gespräche und Abends fuhr ich mit dem Bike wieder sehr beruhigt nach Sevelen. Es gibt tatsächlich noch Politiker, die sich für die Sache des Sports einsetzen und ihn selber Betreiben, wenigstens in unserem Kanton.
Ein bisschen hoffe ich aber doch, dass er die beginnende Session noch mit etwas Muskelkater beginnt und so das alpsteinbike.ch 2011 noch etwas länger in Erinnerung hat...
Rolf Järmann